Brecht das Studium ab und werdet Musiker!!

Von Markus Hesse und Johannes Rehlinger

Wir hatten das große Vergnügen das Uniopenair zu besuchen (hierzu findet ihr unseren Erfahrungsbericht online) und die wunderbare Möglichkeit uns mit ein paar der Bands zu unterhalten. An ausgewählten Weisheiten und Offenbarungen möchten wir euch natürlich teilhaben lassen!

Yukno trafen wir gerade beim Beladen ihres Tour-Busses und die beiden freundlichen Österreicher waren für ein paar Fragen offen:

Falter: Was hat Yukno zu bedeuten, welches ja Juno ausgesprochen wird?

Yukno: Fünf Buchstaben gaben einfach ein schönes Schriftbild und es muss nicht immer alles Sinn geben. Inzwischen ist es uns auch egal, ob man uns Juno oder Yukno ausspricht.

Falter: Ihr werdet überall als Duo bezeichnet, aber auf der Bühne seid ihr zu dritt. Wie kommt es dazu?

Yukno: Unser Drummer ist fester Bestandteil unserer Band, aber da wir zu zweit im Vordergrund stehen, sind wir einfach als Duo präsenter.

Falter: Im Song „Hund“ singt Ihr „Ich bin ein Tier“. Was steckt dahinter?

Yukno: Metaphern sind einfach toll.

Zum nächsten Interview mit Neufundland, setzten wir uns auf die offizielle rote Ledercouch die für die Interviews gedacht war und löcherten die bissigen Indie Punker, die vor kurzem als Vorband mit Faber unterwegs waren, mit unseren professionellen Fragen:

Falter: Schaut ihr die WM?

Neufundland: Ja, wir haben auch ein Tippspiel, bei dem wir kein Geld verlieren können und falls Panama gewinnt sind wir reich. Also sind wir für Panama.

Falter: Was haltet Ihr vom Studieren?

Neufundland: Zwei von uns haben Mathematik und Physik studiert, aber Studieren ist eine krasse Typfrage. Viele wollen beim Studieren einem Ideal entsprechen, dass sie einfach nicht sind. Das Studium bietet einen tollen Schutzraum, den wir aber zu unserer Selbstverwirklichung verlassen mussten, um uns der Musik zu widmen. Wir sind zum Teil zwar noch eingeschrieben, aber wir haben mit dieser Phase unseres Lebens abgeschlossen.

Am Ende des Tages trafen wir den Sänger des Mainacts Schmutzki und führten unter Alkoholeinfluss ein Interview, welches beide Seiten endlich zu den großen Fragen der Zeit brachte.

Falter: Was habt ihr schon von Bayreuth gesehen?

Schmutzki: Unser Schlagzeuger Flo hat sich zwei Stunden vor dem Konzert hier etwas umgesehen, aber ich will mir die Stadt auch noch ansehen. Im Moment fällt mir zu Bayreuth nur Meth und Wagner ein.

Falter: Was ist Punk für euch?

Schmutzki: Nimm nicht so ernst was du machst, aber mach das was du machst mit Vollgas. Fress den Scheiß oder halt nicht.

Falter: Welche Erfahrungen habt ihr mit Unis gemacht?

Schmutzki: Gehobene Schulen sind schon merkwürdig. Mein Abi war nicht so geil, deshalb habe ich Umweltschutztechnik studiert. Es ist wichtig, dass man sich Zeit nimmt und man muss wissen was man will. Den Leuten einfach Zeit zum atmen lassen und nicht so stressen. Aber es muss auch nicht jeder studieren. Hier muss dann ja son Schreinermeister aber auch bitte noch Holztechnik oder son shit studieren. Am Ende finde ich es einfach wichtig, dass Leute, die ihren Scheiß können, ne richtige Bezahlung bekommen.

Ich glaube Hegel war das: Die Freiheit des Manschens besteht darin, dass er mal checkt in welche Situation er sich gebracht hat und dass er checkt, dass er sie selbst verändern kann!

 

Foto: Leon Knüpfer