Lieferservice für eine bessere Welt

von Markus Hesse, Foto: Jonathan Schmidt

Die bayreuther Hochschulgruppe Enactus brachte vor wenigen Wochen ein neues Social Start-up in die Testphase, das einen völlig neuen, nachhaltigen Lieferservice in Bayreuth etablieren will. Doch worum geht es und was macht dieser Lieferservice anders als die andern?

Zunächst einmal die Grundidee des Projekts: Mit Hilfe von Lastenfahrrädern sollen Einkäufe gegen einen geringen Aufpreis von Biomärkten an Kunden ausgeliefert werden. Doch was genau ist hier die soziale Komponente?

Die seit 2012 in Bayreuth aktive Hochschulgruppe hat es sich zum Zielt gesetzt, durch gute wirtschaftliche Entwicklungen Schwächeren zu helfen, regional oder international. Hier in Bayreuth sind es laut Jonathan Schmidt, mit dem ich über das Projekt sprechen konnte, auch Radfahrer, da Bayreuth zwar als fahrradfreundlich angepriesen wird, in der Realität aber hierfür wenig getan würde. Durch die Auslieferung per Lastenfahrrad soll der Fokus wieder mehr auf das umweltfreundliche Verkehrsmittel gelegt werden.

Viel wichtiger allerdings ist die Kundenzielgruppe. Bayreuths Gesellschaft ist stark gealtert und immer mehr Menschen schaffen es nicht mehr selbstständig einkaufen zu gehen. Während die Bestellung bei REWE oder Amazon schon zur Selbstverständlichkeit geworden ist, ist das Einkaufen beim regionalen Biomarkt nicht mehr möglich. Auch die IHK Oberfranken Bayreuth, der das Projekt vorgestellt worden ist, ist begeistert darüber, dass der wachsenden Gruppe an Menschen, die nicht mehr außer Haus können, geholfen wird. Natürlich soll es auch für alle anderen die Möglichkeit geben, über das Gemüseradl zu bestellen.

Aber all das reicht Enactus noch nicht. Auf ihrem Werbeflyer sprechen die jungen Studierenden von 1780 Langzeitarbeitslosen, welche primär als Fahrer angeworben werden sollen. So könne man diesen Menschen helfen, sich wieder in das Berufsleben einzufinden.

Das Projekt hat in seiner Testphase auch schon erste große Unterstützer. Der lokale Biomarkt „BioBio“ mit zwei Filialen in der Stadt war von der Idee sehr angetan und ist Partner des Gemüseradls geworden. Was so einfach klingt, ist mit viel Arbeit verbunden. Finanz- und Geschäftspläne mussten aufgestellt, Fahrräder organisiert und ein richtiger Partner gefunden werden. All dies war nur dank der großen Motivation des Teams schaffbar, hob Johnathan Schmidt hervor.