Bachmann: eine Doppellektüre

Von Hanno Rehlinger

„Es war Mord“ ist der letzte Satz von „Malina“, Bachmanns einzigem vollendeten Roman. Ein Märchen in einem Traum in einem Buch. Das erste Kapitel ist eine fatale Liebesgeschichte, das Zweite eine Albtraumsequenz. Es gibt nur drei. Das Buch ist ein fast lyrisches Werk. An vielen Stellen aufs Innerste reduziert. Bachmann macht sich verletzlich in ihrer Figur. In jedem Satz schwingt eine Dissonanz mit zwischen ihr und dem Leben.

Man könnte meinen, Bachmann hätte im Sterben gelegen, so sehr liebt sie das Leben in ihren Gedichten. „Nichts Schöneres unter der Sonne, als unter der Sonne zu sein“. Bilder von Pfauen und Wellen und Federn werden von traurigen Sätzen in ein anderes Licht gerückt. „Drum werde ich (…) deinetwegen und bald endlos wie um nichts sonst Klage führen über den unabwendbaren Verlust meiner Augen“. Kaum schöner und kaum trauriger können Gedichte sein.