Auch im StuPa wird klar: Wir sind noch lange nicht, wer wir gerne wären

Über das Uni-Open-Air, das Semesterticket und Rassismus. Wie im StuPa die Debatte über Pluralität und Rassismus ausgetragen wird und warum Bayern diesbezüglich eine schwere Schieflage vermeldet

In der StuPa-Sitzung am 19. Januar hat sich zuerst der neue Übergangskanzler, Ronald Jakisch, vorgestellt. Er selbst habe keine Ambitionen das Amt dauerhaft zu bekleiden und versuche lediglich die Aufgaben zu bewältigen, die ihm sein Vorgänger hinterlassen habe. Derer gibt es viele. Zum Beispiel die neue Mensa, deren Baubeginn wohl frühestens in vier Jahren stattfinden wird, in deren Planung aber die Studierenden mehr involviert werden sollen. Die Devise also: Involviert euch! Außerdem sind neue Professuren im zweistelligen Bereich geplant, für die noch keine Gebäude bereitstehen.

Nächstes Thema war das Uni-Open-Air 2021. Dieses soll am 25. Juni und hoffentlich in Präsenz stattfinden. Das Line-up ist wieder mit viel Indie-Pop geplant, aber diesmal sollen auch mehr Trap und anderes dazustoßen.

Am diskussionsfreudigsten zeigten sich unsere StudierendenvertreterInnen, als es um die Frage eines von den Jusos angestrebten Solidaritätsbriefes für die Professorin Maisha-Maureen Auma ging. Diese wurde von dem fragwürdigen Islamforscher Hans-Thomas Tillschneider öffentlich angegriffen. Der sachsen-anhaltische AfD-Landtagsabgeordnete mit Lehrauftrag an der Uni Bayreuth bezichtigte sie nicht nur des „Rassismus gegen Weiße“, sondern unterstellte auch, dass sie selber unfähig und nur auf Grund ihrer Hautfarbe in die Position einer Professorin gelangt sei. Einige Studierende, besonders aus der Fraktion des RCDS, hielten den Antrag für völlig abwegig. Die Professorin habe nichts mit dem Campus zu tun und dann müssten wir ja zu aller Ungerechtigkeit Stellung nehmen. Abgesehen davon, dass letzteres keine schlechte Idee wäre, war der Einwand darin begründet, dass bayerische Studierendenparlamente tatsächlich nur zu Campus-Angelegenheiten Stellung beziehen dürfen, in sich eine absolute Absurdität. Zum Schluss wurde der Antrag allerdings mit 19 Ja-, vier Nein-Stimmen und nur einer Enthaltung angenommen.

Eine wichtige Angelegenheit wurde in der Sitzung am 2. Februar genauer besprochen. Das neue Semesterticket wird im nächsten Wintersemester um 1,32 Euro teurer. Im darauffolgenden WS 22/23 wird der Preis noch einmal um 1,87 Euro steigen. Grund für die Preissteigerungen sind unter anderem gestiegene Personalkosten bei den Verkehrsbetrieben. Bezüglich eines Tickets nach Nürnberg konnte noch nichts erreicht werden.

Zusätzliches Thema war ein Antrag der Jusos und der Volt Hochschulgruppe. Nach dem bayerischen Recht werden erfolgreiche BewerberInnen für den öffentlichen Dienst und damit auch für HiWi-Stellen in bestimmten Fällen vom Verfassungsschutz überprüft. Neben der Mitgliedschaft in einer extremistischen Organisation reicht es für eine solche Prüfung auch schon, aus einem von 29 bestimmten Ländern zu kommen. Was die genannten Staaten alle eint, ist ihre muslimische Bevölkerungsmehrheit. Jusos und Volt halten das für diskriminierend, beklagen einen Generalverdacht und wollen die Praxis zumindest für HiWi-Posten abschaffen. Auch hier kam Gegenwind primär vom RCDS. Am Ende wurde der Punkt vertagt und wird nach den Semesterferien wieder diskutiert.